Start Panorama Bundesverdienstmedaille für Elisabeth Kammer von der Püttlinger AWO

Bundesverdienstmedaille für Elisabeth Kammer von der Püttlinger AWO

Elisabeth Kammer mit Staatssekretär Stephan Kolling (Foto: Lothar Ranta)

Ein Beitrag von Lothar Ranta

Elisabeth Kammer (81) wurde von Bundespräsident Walter Steinmeier mit der Bundesverdienstmedaille für ihre jahrelange ehrenamtliche Tätigkeit bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ausgezeichnet.

Im Rahmen einer öffentlichen Feierstunde im Ministerium erhielt sie vom Gesundheits-Staatssekretär Stephan Kolling die Verdienstmedaille und Urkunde mit dem Text “Verleihungsurkunde in Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen BESONDEREN VERDIENSTE verleihe ich FRAU ELISABETH KAMMER, PÜTTLINGEN, DIE VERDIENSTMEDAILLE DES VERDIENSTORDENS DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, BERLIN, DEN 26. SEPTEMBER 2019, DER BUNDESPRÄSIDENT“. 

Da Elisabeth im Rollstuhl saß, kam Stephan Kolling persönlich zu ihr in die erste Reihe mit der Auszeichnung und einem Blumenstrauß. Sichtlich bewegt bedankte sich Elisabeth für die unerwartet hohe Ehrung.

In der Laudatio wurden ihre besonderen Verdienste für die Püttlinger AWO hervorgehoben. Im Elternhaus wurde ihr 1954 mit der Ausbildung zur Kinder- und Säuglingskrankenschwester der Weg für ihr soziales Engagement vorgegeben. Anschließend arbeitete sie in Kleinblittersdorf und im Krankenhaus Wadgassen. Nach der Heirat hörte sie mit Berufstätigkeit auf und war hauptsächlich für die Familie da. Damals war es nicht üblich, dass die Ehefrau arbeiten ging zumal der Ehemann die Zustimmung geben musste. Auch wenn sie wollte, hätte sie keine Zeit mehr dafür gehabt. Die Familie vergrößerte sich um drei Jungen und drei Mädchen. Was Besseres konnte sie sich nicht wünschen.

Ihr Ehemann Rudolf gründete 1981 aus dem Nichts heraus den AWO-Ortsverein Püttlingen. Mutter und Töchter waren von Anfang an in die Vereinsarbeit eingebunden. Der Vater war ein guter Lehrmeister. Zum Glück für den Verein, da er wegen seiner Frühpensionierung die Vereinsführung aus gesundheitlichen Gründen schon früh nur noch eingeschränkt ausüben konnte. Aber er hatte gute Nachfolger. Die Familie übernahm die Vereinsarbeit. Die Töchter Pia und Kerstin sowie Mutter Elisabeth waren das Herzstück des Vereins. Elisabeth Kammer kümmerte sich überwiegend um Auswanderer, Flüchtlinge und Asylanten. Sie ist für Hilfesuchende oft mehr als eine AWO-Mitarbeiterin gewesen. Viele kamen mit ihren unterschiedlichsten Problemen zu ihr und sie freute sich wenn sie anderen Menschen helfen konnte.

Die Begegnungsstätte AWO war ihr Leben. Zum Beispiel besorgte sie Kleider, Haushaltsgegenstände, Sachspenden, viele andere Hilfsmöglichkeiten und gründete schließlich eine Kleider- und Möbelbörse. Aber auch für sich und den Mitarbeiterinnen hatte sie vor über 20 Jahren eine gute Idee. Sie gründete die Gesangsgruppe die “AWO-Lärchen“. Die regelmäßigen Übungsstunden sind immer wieder eine Bereicherung. Immerhin treten sie auch öffentlich an Weihnachten oder sonstigen Festen auf. 

Elisabeth Kammer (Bildmitte) mit ihren Kindern – (Foto: Lothar Ranta)

Heute ist Tochter Pia Vorsitzende der AWO Püttlingen und Elisabeth noch die zweite Vorsitzende. Ihr Rat und ihre Erfahrungen werden immer gerne nachgefragt. Die Führung der Püttlinger AWO bleibt auf lange Sicht sicherlich bei der Familie Kammer. Mit neun Enkelkinder und zwei Urenkel ist der Nachwuchs wahrscheinlich schon gesichert.

Nach dem offiziellen Teil stürmten viele Gratulanten auf Elisabeth zu, um ihr persönlich zu gratulieren und auch einige Anekdoten aus früheren Zeiten auszutauschen. Die Püttlinger Bürgermeisterin Denise Klein, AWO-Sprecher Jürgen Nieser und viele frühere Bekannten, auch aus ihrer Zeit als Stadträtin in Püttlingen, überhäuften sie mit Gratulationen und Glückwünschen. Aber am meisten freute sie sich, dass ihre Kinder und Familienangehörige anwesend waren.

Sie ist und bleibt für die AWO eine geschätzte und anerkannte Persönlichkeit. Elisabeth Kammer hat die hohe Auszeichnung verdient.