Der Problemlöser: Ein Jahr Uwe Conradt

Ein Bekannter hatte vorgewarnt: „Der Uwe ist ein Arbeiter. Der packt die Dinge an“. Auf dem Stuhl des Direktors der Landesmedienanstalt saßen schon Menschen, denen man genau dies nicht nachsagte.

Uwe Conradt hielt sich an die Prophezeiung: Sein erster Dienstweg führte ihn ins Ludwigsparkstadion, wo ein paar vereinzelt herumlaufende Arbeiter wenig koordiniert vor sich her werkelten. Der Bau wurde zur Chefsache erklärt. Doch diejenigen, die das Ding bis dorthin achselzuckend an die Wand gefahren hatten, waren offensichtlich nicht in der Lage, Conradts Schrittlänge zu halten. Das Ergebnis ist bekannt: Baudezernent Prof. Heiko Lukas und GIU-Chef Jürgen Schäfer mussten gehen. Von Starmodell Harald Schindel sprechen wir gar nicht erst. Der tanzte Uwe Conradt nicht lange auf der Nase herum – im Gegensatz zu dessen Vorgängerin. Um den Gordischen Knoten zu zerschneiden, engagierte Conradt Martin Welker. Der brachte es in wenigen Wochen zum Shootingstar, in dem er das scheinbar Unmögliche möglich machte und den FCS in seinem Heimstadion spielen ließ.

Die andere Erbangelegenheit „Josef Schun“ regelte Conradt fast geräuschlos. Der wurde zunächst wieder in Amt und Würden erhoben und verabschiedete sich nach ein paar Monaten nach Wilhelmshaven. Die ganz heißen Brände waren damit gelöscht.

Auch ansonsten präsentierte sich Uwe Conradt erfrischend ideologiefrei. Er vertrat unmissverständlich Saarbrücker Interessen als es um die Grenzschließung zu Frankreich ging und fuhr einen Kurs, der sich klar zu der widersprüchlich agierenden Landesregierung abgrenzte. In der Selbstdarstellung ging er völlig andere Wege: Conradt veröffentlicht regelmäßig Bürgerbriefe, setzt sehr stark auf die „sozialen Medien“, was den Angesprochenen Nähe und Beteiligung vermittelt. Manchmal wirkt die Inszenierung etwas „too much“, etwas kalkuliert, mitunter bemüht. Insgesamt aber versucht er, alle Altersgruppen mitzunehmen. Und das schafft er in der Regel. Conradt kommt an. Die SPD Saarbrücken sieht dies naturgemäß anders.

In letzter Zeit bemüht sich OB Conradt verstärkt darum, das Wirtschaftsleben in seiner Stadt anzukurbeln. Das ist ein Sektor, der früher quasi von alleine lief. Seit Corona ist alles anders und der Oberbürgermeister hat das verstanden. Er richtet Zukunftswerkstätten aus und versucht anzuschieben.

Die Bilanz seines ersten Jahres: Phänomenal! So phänomenal, dass an vielen Stellen unverhohlen schon von Conradt als dem kommendem Ministerpräsidenten gesprochen wird.

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KOMMENTARE ZUM KOMMENTAR:

18.10.2020 Wolfgang Grün

Antwort auf den Artikel  „Ein Jahr Uwe Conradt als Problemlöser“

Sehr geehrter Herr Cuhn,

Ihre überschwängliche Lobhudelei auf den OB Conradt kann ich leider so nicht nachvollziehen!

Einige Ihrer sog. „Problemlösungen“ des OB stellen sich bei näherer Betrachtung anders dar bzw. haben sich von „ganz alleine erledigt“, d.h. ohne wirkliches Zutun des OB!

Beispiel der Fall Schun:

Herr Schun war den Beschäftigten der Berufsfeuerwehr nicht mehr vermittelbar. Mit einer schönen Abfindung versehen, ist er nun seiner Frau nachgezogen, die vor einiger Zeit im Norden der Republik eine neue Stelle angetreten hatte. Familie wieder vereint, Problem gelöst!

Beispiel „Model“ Schindel:

Herr Schindel ist ausgeschieden, weil sein Vertrag und somit seine 8jährige  Amtszeit ohnehin abgelaufen war.

Beispiel Lupa/GIU/Baudezernat

Kein Geheimnis ist es, dass Herr Conradt sowohl mit dem Baudezernenten Prof. Lukas als mit dem Geschäftsführer der GIU nicht gut „konnte“ bzw. „fremdelte“, obwohl beide mit seiner Stimme + seiner CDU-Fraktion in ihre Ämter kamen.

Prof. Lukas war beim Thema Lupa nur rudimentär involviert. Er war es leid, den Buhmann zu spielen, und hat es deshalb vorgezogen, dem ungeliebten Verwaltungs- + Bürokratiemonster Stadtverwaltung/Stadtrat adieu zu sagen und an seine alte Professorenstelle und seinen Studenten zurückzukehren.

Dem alten GIU-Geschäftsfrüher Schäfer muss man zu Gute halten, dass er mitsamt GIU von der Verwaltung/Stadtrat nie so viele Kompetenzen erhielt, wie sie jetzt Herr Welker hat, sonst wären viele Verzögerungen beim Bau des Lupa wahrscheinlich nicht eingetreten.

Und was auf die Stadt + damit den Steuerzahler mit der Installation es neuen GIU-GF Welker durch den OB zu kommt, werden wir noch leidvoll erfahren …

Alles in allem muss ich als interessierter Beobachter und gut informierter Bürger von SB feststellen, dass Ihre Lobpreisung von Herrn Conradt ob der „gelösten Problemfälle“ nicht gerechtfertigt ist.

Nichts für ungut Herr Cuhn, aber ein gut recherchiertes, journalistisch neutrales Zeugnis, sieht m.E. anders aus!

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Grün

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