Montag, Mai 10, 2021

Kaltensteinpfad erhält vom Deutschen Wanderinstitut eine Top-Bewertung

Politik

Das sagenumwobene Naturdenkmal Kaltenstein ist Namensgeber des Premium-Wanderweges. Foto: Richard Wagner

Steigerung auf 76 Erlebnispunkte

Der Lebacher Kaltensteinpfad – eine Traumschleife, die vom Deutschen Wanderinstitut 2008 erstmals als PREMIUM-Wanderweg ausgezeichnet wurde, ist 2020 erneut nachzertifiziert worden. Aufgrund von Optimierungen und Streckenverlegungen konnte die Bewertung von 68 auf jetzt 76 Erlebnispunkte ausgebaut werden. Damit ist der Kaltensteinpfad einer der höchstdotierten Wanderwege im Saarland. 

Das freut die Stadtverwaltung und insbesondere Roman Werth, den Leiter des Fachbereichs Zentrale Dienste, Tourismus und Wirtschaftsförderung: „Wir sind sehr stolz, dass wir nun auch schriftlich über diesen Erfolg informiert wurden. Eine solche Steigerung der Erlebnispunkte ist wirklich außergewöhnlich. Das schafft man nicht mal so eben nebenbei.“ Gemeinsam mit dem Revierförder Winfried Fandel, mit Unterstützung der KEB und Mitarbeitern des städtischen Bauhof wurde intensiv an einer weiteren Aufwertung gearbeitet. 

„Der Weg erfüllt weiterhin die Kriterien des Deutschen WandersiegelsNach dem Bewertungsschlüssel werden nun 76 Erlebnispunkte ermittelt“, heißt es im Fazit des Deutschen Wanderinstituts. „Die deutliche Erhöhung der Erlebnispunktzahl ist vor allem auf die Veränderung der Wegeführung und auf weitere Verbesserungen des Notorientierungssystems und der Informationstafeln zurückzuführen“. Der Wanderweg sei insgesamt in gutem Zustand, das Mobiliar gepflegt. Die Markierung ist durchgängig sehr gut, heißt es in dem Bericht. Wegweiser sind an den richtigen Stellen und ausreichend vorhanden.

Der Weg wird in weiten Teilen auf Pfaden mit natürlichen Belägen geführt. Dieses Wegeformat in Verbindung mit der durchaus anspruchsvollen Führung durch die Hanglagen verlangt schon nach einer gewissen Kondition. Sehr schön ist auch der häufig wechselnde Eindruck verschiedener Waldformationen. Etliche kulturhistorisch oder naturkundlich interessante Stationen, wie eine historische Pferdetränke oder das Naturdenkmal Kaltenstein, ein keltisches Heiligtum, sind in die Wegeführung eingebunden. Eine tolle Panoramaaussicht rundet diesen gelungenen Wanderweg ab. 

Die Strecke ist 7,8 Kilometer lang und verläuft durch hügeliges Gelände mit mehreren anstrengenden Steigungen. Die Höhendifferenz beträgt ca. 220 Meter. 

Der Weg ist markiert mit dem Traumschleifenlogo „Kaltensteinpfad“. Hinweisschilder zeigen Weg und Streckenlänge an.

Panorama Lebach mit Auszeichnungen 1
Infotafel/Grafik: Stadt Lebach

Wegbeschreibung

Vom Parkplatz (Sport-und Freizeitzentrum Dillinger Straße) aus führt ein Weg durch das Eingangsportal direkt in den Wald vorbei an der Tennisanlage. Über einen schmalen Pfad, der anschließend in einen Forstweg mündet erreicht man die Wassertretanlage. Weiter geht es der Beschilderung folgend zu den historischen Grenzsteinen aus dem Jahre 1762.Die Grenzsteine weisen auf die „Vierherrschaft“ von Lebach hin. Eine ausführliche Erklärung finden Wanderer auf einer Infotafel bei den Grenzsteinen.

Über einen Waldpfad gelangt man zu einer ehemaligen Pferdetränke. Sie wurde im Jahr 1940 angelegt und diente der Versorgung für Pferde mit frischem Quellwasser. Die Pferde wurden zum Bau der Kaserne in Lebach eingesetzt. Die Quelle wurde aber auch schon im 18. Jahrhundert von Köhlern genutzt. Direkt oberhalb der jetzigen Tränke befand sich ein Meilerplatz, auf dem Holzkohle hergestellt wurde.

Weiter geht es hinab durch eine Landessukzessionsfläche, den sogenannten „Märchenwald“. Umgeben von Moosen und Farnen kommt man durch eine wunderschöne Fauna hin zu einem Feuchtbiotop, über das ein eigens angelegter Knüppeldamm führt. 

Der Pfad führt nun ca. 1 km steil ansteigend zum Hoxberg. Kaum oben angekommen, geht es schon wieder bergab zu einem alten Stollen, in dem nun Fledermäuse eine Heimat gefunden haben. Nach dem Stollen wandert man weiter zum Reservistenplatz bzw. zum ehemaligen Lager des Reichsarbeitsdienstes am Ortsrand von Zollstock. Während der Diktatur des Dritten Reiches war die Grenze zu Frankreich durch eine Bunkerlinie gesichert, den „Westwall“. Sein Bau wurde in erheblichem Umfang vom „Reichsarbeitsdienst“ (RAD) ausgeführt. Das „RAD-Lager“ Zollstock, dessen Fundamente noch zu sehen sind, wurde 1937 für etwa 180 Mann errichtet. Ende 1944 waren hier Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter einquartiert.

Vom Reservistenplatz geht es bergauf gleich links ab über einen moosigen Weg zu dem sagenumwobenen Naturdenkmal „Kaltenstein“. Geologisch handelt es sich um Konglomeratfelsen aus dem „Rotliegenden“, d.h. um eine feste Mischung aus Kieselsteinen und Sandstein, etwa 270 Mio. Jahre alt. Nach keltischen Sagen opferten an diesen Steinen schon vor über 2000 Jahren die Druiden ihren Göttern.

Etwa 150 m weiter erreicht man eine Relaxbank, die zum Rasten einlädt. Von hier aus hat man einen tollen Panoramablick über Lebach mit seinen Stadtteilen bis hin zum Schaumberg.
Am Aussichtspunkt geht es geradeaus weiter steil bergab, über einige Stufen und über einen Pfad zurück zum Fuße des Hoxberges. Über einen Forstweg und Waldpfade führt der Weg zurück zum Parkplatz, dem Ausgangspunkt der Wanderung.

Einkehrmöglichkeiten

Direkt neben dem Parkplatz (Start/Ziel) befinden sich die „Campingklause“ sowie das „Bistro Schlemmer-Werk“ mit einem wunderschönen Biergarten. Weitere Möglichkeiten zum Einkehren bietet das griechische Restaurant Delphi in der Dillinger Str. (ca. 150 m vom Parkplatz entfernt) sowie die zahlreichen Gastronomiebetriebe in der Lebacher Innenstadt. Vom Eiscafé über Bistros bis hin zu Restaurants kann man sich hier nach der Wanderung stärken und meist gemütlich im Freien sitzen. Bitte beachten Sie, dass die Betriebe pandemiebedingt derzeit nur eingeschränkt geöffnet sein dürfen, in der Regel aber über einen Abholservice verfügen.

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