Dienstag, September 27, 2022
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Dr. Winfried Brandenburg: St. Ingbert hat sehr viel zu bieten

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Der frühere Oberbürgermeister Dr. Brandenburg lobt seine Heimatstadt

 

Das Thema Gebiets- und Verwaltungsreform geistert schon seit Jahren durch die saarländische Landes- und Kommunalpolitik. So wurde in jüngster Zeit vorgeschlagen Saarbrücken durch Eingemeindungen auf über 300.000 Einwohner zu vergrößern.

Bereits 1974 sollte die Stadt St. Ingbert einem sogenannten „Saarbrücker Kragenkreis“ zugeordnet werden, was aber am Widerspruch der St. Ingberter Kommunalpolitiker scheiterte.

Der frühere Oberbürgermeister Dr. Winfried Brandenburg, der damals der SPD-Fraktion des St. Ingberter Stadtrates angehörte, hat diese Diskussionen miterlebt.

Wie beurteilt Dr. Brandenburg die jüngsten Versuche durch eine erneute Gebiets- und Verwaltungsreform im hoch verschuldeten Saarland Kosten einzusparen?

In einem Gespräch mit einem Redaktionsmitglied des INGO hat er sich dazu wie folgt geäußert.

 

INGO:

Was halten Sie von den jüngsten Versuchen durch Gebietsreformen die Verwaltungskosten zu senken?

Dr. Brandenburg:

Während meiner 20-jährigen Amtszeit als St. Ingberter Oberbürgermeister habe ich durch Gutachten von Verwaltungsexperten immer wieder erfahren, dass solche Reformen keineswegs automatisch die Verwaltungskosten senken, sondern eher schwerwiegende Nachteile für die Bevölkerung mit sich bringen.

INGO:

Glauben Sie dass eine auf 300.000 Einwohner anwachsende Landeshauptstadt Saarbrücken mit Nachteilen für die Nachbarstadt St. Ingbert verbunden wäre?

Dr. Brandenburg:

Saarbrücken hat schon immer eine gewisse Anziehungskraft auf St. Ingbert ausgeübt. Inzwischen hat sich aber herausgestellt, dass St. Ingbert von der Nähe zu Saarbrücken auch durchaus profitiert.

INGO:

Können Sie das näher erläutern?

Dr. Brandenburg:

Es gibt mehrere Gutachten, die deutlich aufzeigen, dass St. Ingbert über ein  sehr großes Potential im Bereich der Arbeits-plätze, der Kultur, der Naherholung, der Freizeitgestaltung, des Einzelhandels und der schulischen und gewerblichen Ausbildung verfügt.

Dazu kommt, dass dieses umfassende und vielseitige Angebot in einen reizvollen städtebaulichen Rahmen eingebettet ist, der nach wie vor einen für das Saarland einmaligen bayrischen Charme ausstrahlt.

INGO:

Was könnte nach Ihrer Meinung noch verbessert werden?

Dr. Brandenburg:

Die Voraussetzungen um gegenüber dem großstädtischen Saarbrücken eine reizvolle kleinstädtische Alternative zu bieten sind im hohen Maße vorhanden.

Sie müssten aber nach meiner Meinung noch wesentlich intensiver dargestellt und auch propagiert werden, weil die Identifikation der St. Ingberter Bevölkerung mit ihrer eigenen Stadt nicht mehr so stark ausgeprägt ist wie das früher einmal der Fall war.

INGO:

Worauf führen Sie das zurück?

Dr. Brandenburg:

Die fortschreitende Motorisierung und der damit verbundene Einkaufs- und Freizeittourismus haben die Beziehungen der einheimischen Bevölkerung zu ihrer Heimatstadt abgeschwächt.

INGO:

Und wie sollten wir das abgeschwächte „Wir-Gefühl“ der Stadt St. Ingbert wieder auffrischen?

Dr. Brandenburg:

Das ist zweifellos ein schwieriger und langwieriger Prozess, mit dem sich zunächst einmal die St. Ingberter Kommunalpolitiker und auch die Verwaltung befassen müssten.

Das halte ich für wesentlich wichtiger als irgendwelche Gebiets- oder Verfassungs-reformen.

INGO:

Herzlichen Dank für das Gespräch Herr Dr. Brandenburg.

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