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Stadt Blieskastel und Kirchengemeinde gehen neue Wege

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Innovative Nahwärmeversorgung in Breitfurt in Betrieb genommenen

Aus der Not eine Tugend gemacht 

Nach fast 40 Jahren war im September Schluss mit der alten Ölheizung in der Grundschule im Blieskastler Stadtteil Breitfurt.„Zunehmende Reparaturen und die Gefahr, im kommenden Winter ohne funktionierende Heizung dazustehen, gaben den Ausschlag, sich über eine neue Heizanlage Gedanken zu machen“, so der für die Grundschulen zuständige Beigeordnete Guido Freidinger, der auch für Breitfurt im Stadtrat ist. „Es war von Anfang an unser Ziel, eine was den Klimaschutz angeht, innovative und bezüglich der Kosten eine langfristig wirtschaftliche Lösung zu finden“, so der Beigeordnete weiter. Dabei konnten wir auf die Vorplanungen eines Nahwärmeverbundprojektes für den gesamten Stadtteil zurückgreifen, das eine Initiative Breitfurter Bürger mit dem Ziel, ein klimaneutrales Dorf zu werden, in den Jahren zuvor gestartet hatte. Das Vorhaben war aber am damals wegen des vorübergehend sinkenden Ölpreises ausgeblieben Zuspruch privater Beteiligung gescheitert. Diese Projektidee wurde fachlich maßgeblich von dem Energiebeauftragten der Kirchengemeinde Breitfurt, Dr. Ing. Klaus Reifarth unterstützt.

Kein leichter Start 

Der Vorschlag, für Schule und Kirchengemeinde, deren Heizanlagen für Kindergärten und Gemeindehaus ebenfalls erneuerungsbedürftig waren, eine gemeinsame Lösung zu suchen, fand zunächst bei der damaligen Bürgermeisterin leider keine Unterstützung. Erst Ende 2019 gelang es dann – ersatzweise mit der Unterstützung der Stadtwerke Bliestal – in die Projektplanung einzusteigen. 

Vorbereitet wurde das Projekt über eine Machbarkeitsstudie, die der Biosphärenzweckverband Bliesgau beim Ingenieurbüro Ulrich Schäfer (ibs) aus Stromberg im Hunsrück beauftragt hatte. Die Mittel hierzu stammten aus dem LIFE-IP-Projekt ZENAPA, das der Klimaschutz-Manager der Biosphäre, Dr. Hans-Henning Krämer, vermittelt hatte. Mit diesem Programm will die EU ein besseres Verständnis zum gemeinsamen Vorgehen von Klimaschutz- und Naturschutzmaßnahmen wecken und dabei u.a. auch investive Maßnahmen in den Bereichen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz auf den Weg bringen.

Als besonderes Schmankerl wurden jetzt gleich vier Gebäude, Grundschule, Mehrzweckhalle, Kita und Martin-Bucer-Haus, über einen gemeinsamen Holzpellet-Heizkessel versorgt. Im Sommer 2019 hatte die Protestantische Kirchengemeinde Breitfurt schon ihre beiden benachbarten Gebäude, die Protestantische Kindertagesstätte und das Martin-Bucer-Gemeindehaus, über eine Wärmeleitung zusammengeschlossen und damit auf den Wärmeverbund mit der Grundschule vorbereitet. Die Kirchengemeinde folgte damit der Initiative der Evangelischen Kirche der Pfalz „Minus 40% CO2. Wir machen mit!“ Auch Bürgermeister Bernd Hertzler, der schon bald nach seinem Amtsantritt gemeinsam mit der neuen Ratsmehrheit für die Bereitstellung der entsprechenden Mittel im städtischen Haushalt gesorgt hatte, zeigte sich bei der Begutachtung vor Ort sichtlich beeindruckt: „Eine echte win-win-Situation für alle Beteiligten“, so sein Kommentar. 

Innovatives Projekt mit Modellcharakter

Mit der nun fertig gestellten Heizungserneuerung setzt die Stadt Blieskastel erstmalig eine Heizungsanlage mit regenerativen Energieträgern um. Statt ursprünglich etwa 280 Kilowatt Leistung mit drei Einzelanlagen kommt die neue Anlage mit nur 130 Kilowatt aus, somit ein deutlicher Effizienzgewinn. Mit der zusätzlichen Umstellung von Heizöl auf Pellets als Energieträger ergibt sich für den gesamten Gebäudekomplex eine CO2-Einsparung von rd. 50 Tonnen pro Jahr bzw. 90 Prozent. 

Zu den Gesamtkosten von rd. 260.000 € inklusive Planungskosten steuern das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) knapp 100.000 € und das saarländische Wirtschaftsministerium aus dem Programm „ZEP kommunal“ nochmals etwas mehr als 60.000 € bei. Neben dem letztlich niedrigen Eigenanteil wird sich in den kommenden Jahren auch positiv bemerkbar machen, dass im Gegensatz zu Gas- und Ölheizungen keine CO2-Steuer auf den Brennstoff anfallen wird. Trotz steigendem Baukostenindex blieben auch die tatsächlichen Kosten ziemlich genau im Bereich der Plankosten – in Zeiten von Baustoffknappheit fast schon eine kleine Sensation. „Sowohl energie- und klimaschutzpolitisch als betriebswirtschaftlich ein Modellprojekt, das Maßstäbe setzen wird für unsere zukünftigen Bauvorhaben“, verkündete der städtische Beigeordnete – nicht ohne Stolz abschließend. Die dauerhafte Kooperation erfolgt auf der Grundlage eines Wärmeliefervertrages, der die Bedingungen festlegt, zu denen die Kirchengemeinde nun ihre Nahwärme aus der städtischen Heizanlage bezieht, und damit auch zur Refinanzierung der städtischen Investition beiträgt. Der Stadtrat hat diesem Wärmeliefervertrag in der letzten Sitzung des Jahres 2021 einstimmig zugestimmt. (fbg)

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