LSU zum Adoptionshilfegesetz:

Schlechterstellung von Zwei-Mütter-Familien geht gar nicht!

Das gestern im Deutschen Bundestag in letzter Lesung beratene und verabschiedete Adoptionshilfe-Gesetz soll Unterstützung für Familien bei Adoptionen bieten und das Kindeswohl stärken. Der Bundesverband Lesben und Schwule in der Union (LSU) kritisiert jedoch, dass es die rechtliche Stellung von Regenbogenfamilien erschwert. Betroffen sind lesbische Elternpaare. Alexander Vogt, Bundesvorsitzender der LSU macht deutlich: „Familienformen und Strukturen haben sich gewandelt: neben ehelichen Verbindungenleben viele Menschen in unserer Gesellschaft in nicht-ehelichen Verbindungen, Patchwork-Konstellationen oder eben in gleichgeschlechtlichen Beziehungen. All diesen Konstellationen muss in einer aktuellen Politik Rechnung getragen werden. Gerade in Bezug auf lesbische Elternpaare bleibt das Gesetz jedoch hinter der gesellschaftlichen Realität zurück. Die Ausgestaltung der verpflichtenden Beratung gerade für Stiefkindadoptionen, die fehlende Reform des Abstammungsrechts und die schwache Abstimmung mit dem Gesetzgebungsverfahren zur Stiefkindadoption schaffen keine Klarheit, sondern Hürden, insbesondere eben für lesbische Paare.“

Die LSU verdeutlicht, dass der einzig gangbare Weg, ein Kind in einer Zwei-Mütter-Familie rechtlich zwei Elternteilen zu zuordnen, mit dem nun verabschiedeten Adoptionshilfegesetz durch die in § 9a des Gesetzes festgeschriebene Beratungserfordernis immens erschwert wird. „Anders als bei einer Anerkennung der Vaterschaft reicht nicht eine Unterschrift aus. Die Familie wird unnötig belastet in dem sie einen langwierigen Prozess durchlaufen muss. Ob das wohl im Sinne des Kindeswohls ist? Vielleicht erkennt der Bundesrat die Problematik und es lässt sich über den Vermittlungsausschuss eine Lösung finden, mit der zumindest keine Schlechterstellung für Zwei-Mütter-Familien einhergeht.“, so die Hoffnung der stellvertretenden Bundesvorsitzenden Charline Köhler.

„Anderenfalls muss die seit langem auf Eis liegende Reform des Abstammungsrechts mit Hochdruck vorangetrieben werden, um die nun noch größere Erschwernis für die Familien schnell zu beseitigen. Als LSU werden wir hier den Druck auf den Gesetzgeber stark erhöhen, damit Zwei-Mütter-Familien nicht noch länger unter diesen Bedingungen leben müssen. Uns geht es dabei letztlich auch um gleichwertige Lebensverhältnisse. Was von der Politik in den letzten Jahren geradezu mantraartig vorgetragen wurde, beschränkt sich nicht nur auf regionale oder strukturelle Unterschiede, sondern kann auch in Bezug auf die Rechtsstellung von Familien gesehen werden und hat hier die Chance zur Umsetzung.“, bekräftigt Bundesvorsitzender Vogt abschließend.

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