Dienstag, April 20, 2021

BUND Saar appelliert an Saarlouiser Bürgerinnen und Bürger

Politik

Keine Zustimmung zur Erweiterung des Industriegebietes Lisdorfer Berg

Angesichts der angelaufenen Einwohnerbefragung bis zum 18. April zur geplanten Erweiterung des Industriegebietes Lisdorfer Berg erneuert der BUND Saar seine erheblichen Bedenken gegen die Erweiterungspläne und appelliert an die Saarlouiser Bürgerinnen und Bürger, der Erweiterung nicht zuzustimmen.

„Wir appellieren an die Bürgerinnen und Bürger von Saarlouis. Stimmen Sie nicht der Erweiterung des Industriegebietes Lisdorfer Berg zu. Auch aus Gründen des Klimaschutzes muss die weitere Inanspruchnahme und Versiegelung von Freiflächen für Gewerbe und Industrie beschränkt werden, wenn man die Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie einhalten will. Wir sprechen uns daher für die Nutzung bereits erschlossener Industrie- und Gewerbegebiete im Landkreis Saarlouis aus, z.B. der Industriefläche des ehemaligen Kraftwerksgeländes im benachbarten Ensdorf. So wichtig die Schaffung von Arbeitsplätzen gerade in diesen Zeiten auch ist, darf man nicht den sorgsamen Umgang mit der nicht vermehrbaren Ressource Boden aus den Augen verlieren“, so Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND Saar.

Die in der geplanten Erweiterungsfläche des Industriegebietes Lisdorfer Berg vorgesehene Bebauung mit Gewerbe- und Industriegebäuden wird trotz “klimaangepasster Ausgestaltung” eine erhebliche Erwärmung dieser Flächen zur Folge haben. Auch wenn nach dem vorliegenden Klimagutachten die Innenstadt von Saarlouis davon nicht betroffen ist, wird sich diese Erwärmung auf die benachbarten Regionen auswirken, z.B. auf die überwärmten Bereiche Neuforweilers. In Zeiten des Klimawandels sollte man Kaltluftentstehungsgebiete in einer Region, die in der Bioklimakarte des Deutschen Wetterdienstes als “häufig wärmebelastet” genannt wird, unbedingt erhalten. Außerdem kann man die Erweiterungspläne nicht nur im Zusammenhang mit klimatischen Auswirkungen betrachten. Auf dem Lisdorfer Berg befinden sich noch große zusammenhängende Flächen, die als sog. Offenland einen großen ökologischen Wert haben.

“Die Erfahrungen mit dem ersten Bauabschnitt haben auch gezeigt, dass mangels geeigneter Flächen kein wirksamer Ausgleich für die massiven Eingriffe in dieses ökologisch wertvolle Offenland mehr möglich ist. Zudem wäre eine starke Zunahme des Verkehrs und auch der Lärmbelastung für die nahe gelegenen Orte zu erwarten. Darüber hinaus würden weitere Flächen für die Landwirtschaft dauerhaft wegfallen. Ziel einer verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Stadtentwicklung muss sein, ökologisch bedeutende Freiflächen und Erholungsräume, zu denen auch der Lisdorfer Berg gehört, zu erhalten”, so Michael Grittmann, stellv. Vorsitzender des BUND Saar. 

(Christoph Hassel)                                         (Michael Grittmann)
Landesvorsitzender                                       Stellv. Landesvorsitzender

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