StartFeature„Der Schmerz darf nicht das Leben der Patienten bestimmen“

„Der Schmerz darf nicht das Leben der Patienten bestimmen“

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Ermächtigung zur Schmerztherapie am CaritasKlinikum Saarbrücken St. Josef Dudweiler ausgeweitet – mit Dr. Distler und Dr. Berger jetzt zwei Fachärzte zur Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen in der Schmerzambulanz

Chronische Schmerzen sind in Deutschland ein häufiger Grund für Arbeitsausfälle und Frühberentung. Zudem beeinträchtigen jahrelange Leidenswege die Lebensqualität der Betroffenen mitunter enorm; finanzielle Sorgen, Ängste, Konflikte und sozialer Rückzug können die Folge sein. Über 1000 Patienten finden jährlich den Weg in die Schmerzambulanz des CaritasKlinikums Saarbrücken am Standort St. Josef Dudweiler. „Zu uns kommen Menschen, die aufgrund ihrer Schmerzen viele verschiedene Therapieansätzen hinter sich haben. Meist werden zahlreiche Akutmediziner für dieselben oder auch unterschiedlichen Schmerzsymptome aufgesucht.  Die Behandlung führt nicht immer zum bleibenden Erfolg, sondern es gibt eben auch jene Menschen, bei denen die Schmerzen therapieresistent sind oder bei denen sie im Laufe der Zeit sogar schlimmer werden oder weitere Schmerzsymptome dazukommen. Wenn dann die verschiedenen akuten Behandlungsansätze nicht die gewünschte Besserung bringen, und der Schmerz den Alltag bestimmt und belastet, dann ist die Verzweiflung meist sehr groß“, berichtet Dr. Hendrik Berger, Facharzt in der Schmerzklinik.

In diesem Jahr hat Dr. Berger von der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland die Ermächtigung erhalten, in der Schmerzambulanz auch ambulante Patienten behandeln zu können. Neben Chefarzt Dr. Distler stehen jetzt also zwei ausgewiesene Spezialisten zur Betreuung von chronischen Schmerzpatienten zur Verfügung. „Es gibt leider bundesweit nur etwa 1200 ambulant tätige Schmerztherapeuten. Patienten müssen bis zu einem halben Jahr oder länger auf einen Termin im ambulanten Bereich warten und zuvor vergehen im Schnitt bis zu vier Jahre, bis eine Schmerzkrankheit bei einem Patienten erkannt wird“, erklärt Dr. Berger. „Wegen der bestehenden Versorgungslage haben wir jetzt diese zusätzliche Ermächtigung erhalten. Das freut uns sehr, denn das bedeutet einen Gewinn für die medizinische Betreuung der Betroffenen.“ 

Voraussetzung für die Behandlung in der Schmerzambulanz in St. Josef ist eine Überweisung von einem niedergelassenen Schmerztherapeuten. Bis zu 300 Patienten pro Quartal können nach dem Ermächtigungsvertrag in der Schmerzambulanz in Dudweiler behandelt werden. „Akute Schmerzen werden weiterhin vom Akutmediziner behandelt, also zum Beispiel vom Orthopäden, Neurologen, Neurochirurgen oder Zahnarzt“, betont Dr. Berger. „Zu individuellen Fragestellungen stehen wir mit den entsprechenden Fachdisziplinen regelmäßig im engen Austausch.“

Im CaritasKlinikum nehmen sich Dr. Berger und seine Kollegen viel Zeit, die Patienten ganzheitlich zu betrachten und zu behandeln. „Wenn jemand nach einer Odyssee schon viele Arztkontakte und zahlreiche Therapieversuche hinter sich hat, ist nicht selten zunächst eine stationäre Aufnahme in unserer Schmerzklinik für einige Tage sinnvoll“, weiß der Mediziner aus Erfahrung. „Es wird dann eine multimodale, individuelle Schmerzanalyse durchgeführt. Das bedeutet, ein multiprofessionelles Team aus Medizin, Pflege, Psychologie, Physio-, Kunst- und Ergotherapie untersucht und behandelt die betroffene Person individuell nach dem bio-psycho-sozialen Krankheits- und Schmerzmodel über mehrere Tage; letztendlich mit dem Ziel der Erarbeitung eines ambulant tragfähigen individuellen Therapiekonzeptes.“ 

Dr. Hendrik Berger betont, dass der Mensch ein bio-psycho-soziales Wesen ist. Das heißt, dass es neben einer körperlichen Komponente auch immer einen psychischen und einen sozialen Anteil gibt. Es kommt also bei chronischem Schmerz neben Veränderungen des schmerzleitenden Systems zu Änderungen im Denken und der emotionalen Verarbeitung. Zudem kann es zu Auswirkungen im Interaktionsverhalten sowie in der Beziehung zum Umfeld führen. „Die Ausprägung der einzelnen Komponenten ist dabei ganz unterschiedlich. Deshalb ist bei Patienten, die an chronischen, therapieresistenten Schmerzen leiden, eine ganzheitliche Betrachtung aus mehreren Blickwinkeln durch ein ebensolches multiprofessionelles Team notwendig“, so Berger.

Der 45-Jährige Arzt ist seit 2011 im CaritasKlinikum, machte hier zunächst seine Facharzt-Weiterbildung für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, wechselte 2016 auf die Palliativstation und verstärkt seit 2018 das Team der Schmerzklinik in St. Josef Dudweiler. Die Schmerztherapie fasziniert ihn besonders, weil er hier den Menschen, die oft einen langen Leidensweg hinter sich haben und verzweifelt sind, neue Wege und Perspektiven aufzeigen kann, um mit dem Schmerz neu umzugehen. „Außerdem lernt man sehr viel für das eigene Leben – man wird dankbar und demütig für sein eigenes Schicksal. Wir hören so viele Lebensverläufe, bei denen man sich manchmal fragt, wie eine Person das alles (er)tragen kann. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man dazu beitragen kann, das Leben wieder lebenswerter zu machen.“

Für Dr. Hendrik Berger steht an oberster Stelle den betroffenen Patienten aus ihrer Hilflosigkeit einen Ausweg zu zeigen: „Manche Schmerzen können wir nicht nehmen, aber wir können helfen sie anzunehmen, zu kontrollieren, um besser damit zu leben. Der Schmerz darf nicht den Patienten bestimmen, sondern andersrum.“

Quelle: CaritasKlinikum Saarbrücken

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