Mit dem 5:2-Auftaktsieg über Rot-Weiss Essen liegt ein turbulenter Start hinter dem 1. FC Saarbrücken. Nun geht es gegen Jahn Regensburg, der seine erste Partie ebenfalls mit 5:2 gewinnen konnte. Gegner war dabei Viktoria Köln, das insbesondere in der ersten halben Stunde seine spielerische Qualität unter Beweis stellte.

Der Gegner:
Nach dem Abstieg 2025 befindet sich der Jahn nun im zweiten Jahr in der 3. Liga. Wie bei vielen Absteigern gestaltete sich die erste Saison als enorm kompliziert. Regensburg befand sich zeitweise sogar im Abstiegskampf. Ein ähnliches Schicksal wie das des SSV Ulm blieb den Oberpfälzern allerdings erspart und sie schlossen die Saison auf Rang zwölf ab.
Am ersten Spieltag der aktuellen Spielzeit gewann Regensburg wie Saarbrücken mit 5:2. Daher teilt sich der Jahn vor dem zweiten Spieltag mit den Saarländern den ersten Platz. Trainer ist seit Ende März 2026 Sascha Hildmann, der als Spieler ein Jahr in Saarbrücken aktiv war. Sein größter Erfolg als Cheftrainer dürfte der Durchmarsch mit Preußen Münster von der Regionalliga bis in die 2. Liga im Jahr 2024 gewesen sein. In seinen zehn Partien als SSV-Chefcoach verzeichnet er einen Punkteschnitt von 1,60.
Innerhalb der Mannschaft veränderte sich einiges. Neun externe Akteure wechselten in die Oberpfalz, auf der Gegenseite verließen zehn Spieler den Jahn. Darunter ist auch FCS-Stürmer Christian Kühlwetter, der in der Vorsaison sogar Kapitän in Regensburg war. Neben Kühlwetter verließen weitere Stützen wie Torwart Felix Gebhardt, Stürmer Eric Hottmann und Offensivakteur Noel Eichinger den Verein.
Der Großteil der Neuzugänge war bereits in der vergangenen Saison in der 3. Liga aktiv. Patrick Hobsch und David Philipp stiegen aus Lizenzgründen mit 1860 ab, Erik Majetschak war in Aue aktiv und Nassim Boujellab überzeugte in Havelse. Es lässt sich also mit Sicherheit behaupten, dass diese Mannschaft weiß, worauf es in der 3. Liga ankommt.
Taktische Herangehensweise:
Im ersten Saisonspiel in Köln wählten die Regensburger wie Saarbrücken ein 4-2-2-2, interpretierten es jedoch völlig anders. War es bei Saarbrücken insbesondere der flache Aufbau über die beiden entgegenkommenden Stürmer, so spielt der Jahn grundsätzlich eher einfach und geradlinig. Sehr viel läuft in Regensburg über vertikale Pässe in die Spitze, wobei der Fokus auf dem zweiten Ball liegt. Dazu verfügen die Regensburger dank versierter Passgeber wie Nassim Boujellab oder Adrian Fein über eine enorme Konterstärke.
Defensiv zeichnen sich die Teams von Sascha Hildmann für gewöhnlich durch eine hohe Intensität aus. Sechs Tacklings und 22 Balleroberungen gegen Viktoria Köln sprechen in diesem Bereich für sich. Die Regensburger stehen eng und kompakt im 4-4-2, scheuen sich aber nicht vor rustikalen Zweikämpfen.

Schlüsselspieler:
Als absoluter Unterschiedsspieler muss Adrian Fein genannt werden. Der 27-Jährige glänzte bereits in der vergangenen Saison als Kreativspieler im zentralen Mittelfeld der Regensburger. In Köln machte er dort weiter, wo er aufgehört hatte. Mit zwei Toren und einem Assist entschied der Münchner die Partie zugunsten des SSV. Sein Sechserpartner – Erik Majetschak oder Sascha Hingerl – hält ihm für gewöhnlich den Rücken frei, sodass er sich vollkommen auf das Spiel mit dem Ball konzentrieren kann.
In der Offensive weiß Patrick Hobsch seinen Körper als Zielspieler sehr gut einzusetzen. Neben ihm agiert der gebürtige Saarländer Lucas Hermes als idealer Umschaltstürmer. Dank seines Tempos und seiner starken Abschlüsse aus schwierigen Winkeln sicherte sich Hermes am ersten Spieltag mit seinem Doppelpack einen Platz in der „Elf des Tages“ des kicker.
In der Innenverteidigung steht mit Leopold Wurm ein spielstarkes Eigengewächs, das bei einigen höherklassigen Teams auf dem Radar steht. Als gebürtiger Regensburger verkörpert er zudem die Identifikation mit dem Jahn.
Statistiken:
Aus Werten wie xG (erwartete Tore), Schüssen aufs Tor pro Partie oder dem durchschnittlichen Ballbesitz lassen sich nach einem Spieltag selbstverständlich noch nicht allzu viele Erkenntnisse ziehen. Aufgrund ihrer Spielweise ist bei den Regensburgern dennoch von eher wenig Ballbesitz auszugehen. Interessant ist allerdings, dass sie ihre fünf Tore aus 1,5 xG erzielten. Zum Vergleich: Der 1. FC Saarbrücken kreierte 3,9 xG. Regensburgs Gegner Viktoria Köln lag mit 2,45 xG aus 15 Schüssen eigentlich klar im Vorteil.
In Regensburg war man sich nach der Partie einig, dass dieses Spiel im Falle einer Wiederholung nicht noch einmal mit 5:2 zugunsten der Bayern enden würde. Die gnadenlose Effektivität des Jahn sollte dennoch beachtet und als Qualitätsmerkmal eingestuft werden.

Fazit:
Den 1. FC Saarbrücken erwartet ein schweres Auswärtsspiel bei einer Mannschaft, die mit einem 5:2-Auswärtserfolg im Rücken in ihr erstes Heimspiel geht. Fußballerisch wird der FCS in aller Regel mehr zu bieten haben als Jahn Regensburg. Für das Team von Argirios Giannikis wird es vor allem darum gehen, sich körperlich nicht den Schneid abkaufen zu lassen.
