StartFCSFCS nimmt trotz Unterzahl Punkt aus Wiesbaden mit

FCS nimmt trotz Unterzahl Punkt aus Wiesbaden mit

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5793 Zuschauer sahen in der Wiesbadener BRITA-Arena ein äußerst spannendes Spiel, das der 1. FC Saarbrücken nach einer schwachen ersten Hälfte fast in Unterzahl noch für sich hätte entscheiden können.

Alois Schwartz und sein Team mussten einigen Hirnschmalz investieren, um eine Lösung für die drei prominenten Ausfälle zu finden. Die leichteste Aufgabe dürfte die Lücke gewesen sein, die Niko Bretschneider vorerst hinterlässt. Sein „Ersatz“ Till Schumacher hatte bis vor Kurzem selbst den Stammplatz auf der Linksverteidigerposition erarbeitet und kehrte nach dem schweren Unfall des Berliners ins Team zurück. Patrick Schmidt ersetzte Kai Brünker, wie schon zuletzt als Einwechselspieler und Maurice Multhaup kam für den rotgesperrten Calogero Rizzuto aufs Feld:

Menzel – Wilhelm, Sonnenberg, Bichsel, Schumacher – Multhaup, Rabihic, Krahn – Pick, Schmidt, Elongo-Yombo

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Angetrieben von einer stimmungsvollen Saarbrücker Kurve starteten die in Gelb gekleideten Gäste mit dem erkennbaren Willen, in der BRITA Arena etwas mitzunehmen. Sie bestimmten von Beginn an das Spiel, waren aber auch empfänglich für schnelle Gegenstöße der Wehener. Nach einer guten Viertelstunde wendete sich das Blatt ein wenig. Die Mannschaft von Nils Döring, die einen sehr reifen, eingespielten Eindruck vermittelte, ließ den Ball laufen und fand über den ehemaligen Saarbrücker auf der rechten Angriffsseite immer einen ballsicheren Anspielpartner. Noch auffälliger agierte der Kapitän und letztjährige Torschützenkönig der Liga, Fatih Kaya. Ein spielstarker und aufmerksamer Leader, der die Defensive des 1. FC Saarbrücken zu beeindrucken wusste. In der 27. Minute brannte es lichterloh im FCS-Strafraum. Kaya hatte sich durch die Mitte durchgetankt, die FCS Abwehr konnte klären. Doch dann kam ein Freistoß von May aus gut 20 Metern, an dem die Gelben vorbeisegelten. Der Ball wurde zurück ins Zentrum zurück gespielt, wo Lukas Schleimer – ausgerechnet der ehemalige Saarbrücker – stand und unhaltbar für Menzel einnetzte. Das Zentrum vor der Abwehr erwies kurze Zeit später wieder als die Achillesferse des 1. FC Saarbrücken als Kaya sich mit einem leichten Rempler den Ball von Krahn besorgte, dann aber überhastet vergab. Der FCS bemühte sich nun um mehr Offensivaktionen, die in aller Regel über Florian Pick liefen. Wirklich gefährlich waren aber vor allem die Vorstöße der Wiesbadener, etwa in der 36. Minute als Gözüsirin allein vor Menzel auftauchte und dann verzog. Die Gastgeber brannten nun ein Feuerwerk ab, Kaya und wieder Gözüsirin besaßen rund um die 38. Spielminute beste Gelegenheiten, das Ergebnis hochzuschrauben. Immerhin konnten die Saarbrücker in der 42. Minute mit einer kleinen Chance, vorbereitet durch Rabihic, vollendet von Multhaup aufwarten. Dann bekamm Schiedsrichter Kampka seinen Auftritt: wenige Meter von ihm entfernt, im Mittelfeld ging plötzlich David Suarez zu Boden. Kampka entschied auf Rot für Krahn. Der soll seinem Gegenspieler einen Schlag mit dem Ellenbogen an die Brust versetzt haben. Saarbrücken agierte nun in zwei Viererketten mit einer einzigen Spitze: Florian Pick.

Alois Schwartz reagierte auf die neue Situation nach der Pause und brachte Kamara für Patrick Schmidt, der in der ersten Hälfte keine Bindung zum Spiel gefunden hatte. Und dann kam plötzlich die Chance Rabihic spielte vertikal aus dem Zentrum in die Spitze auf Pick, der sofort abzog, aber an Stritzel scheiterte. Der FCS machte jetzt Druck, sah sich aber immer in der Gefahr, in einen der blitzschnellen Konter der Schwarz-Roten zu laufen. Die standen plötzlich erstaunlich tief. Rabihic hatte in der 55. Minute eine gute Möglichkeit, zwei Zeigerumdrehungen später ging Pick der Grundlinie entlang, bedient Multhaup, dessen Schuss Janitzek am Arm trifft. Kein Elfmeter, entschied Schiedsrichter Kampka. In der 60. Minute bediente Kamara vom Strafraumrand den davon eilenden … Pick (wen sonst?), der aber noch von den beiden Innenverteidigern des SVWW eingeholt wird und eine sehr gute Torchance vergab.

Die gab es kurz darauf, als Kampka im Wiesbadener Strafraum auf den Elfmeterpunkt zeigte. Schumacher war im Sechzehner gestürzt. Wiesbaden protestierte, Pick verwandelte. 1:1! Das Spiel war nun wieder offen. Der FCS war plötzlich nicht wieder zu erkennen. Vor allem Rabihic und Pick kurbelten ordentlich an, während Kamara seine Aufgabe trotz seiner 20 Jahren sehr souverän abwickelte. Zwischendurch verteilte er auch schon einmal ein Küsschen an den sehr oft gefoulten Kasim Rabihic. Es war das nun genau Spiel, dass die mitgereisten Fans sehen wollten. In der 69. Minute hämmerte Pick einen Freistoß auf den Kasten von Stritzel, den der Österreicher nur noch mit Mühe über die Latte lenken konnte. Dann brachte Alois Schwartz Caliskaner für Multhaup. Die Zuschauer dürften sich zwischenzeitlich gefragt haben, ob Wiesabaden nur noch zu zehnt spielte. Mit der 80. Minute hatte deren Coach alle fünf Wechseloptionen genutzt, neue Impulse waren nicht von der Bank gekommen. Doch dann erhielt er von Robert Kampka einen Joker: Elfmeter nach einem Schubser von Wilhelm im Strafraum. Lukas Schleimer trat an und Menzel sprang in die linke Ecke, erwischte den zentralgeschossenen Ball aber noch mit dem Fuß. Stark! In der 86. Minute durfte der ausgezeichnete Kasim Rabihic vom Platz. Für ihn kam Tim Civeja.  In der Nachspielzeit durfte noch Bormuth für Elongo-Yombo ran.

Fazit: Ein aufgrund der deutlichen Leistungssteigerung in der 2. Halbzeit verdienter Punktgewinn des 1. FC Saarbrücken, der so auf jeden Fall den 2. Tabellenplatz behalten wird. Erkenntnis des Tages: Das Duo Kamara/Rabihic könnte eine Dauerlösung für die Zentrale darstellen und auch Caliskaner bot eine stabile Leistung an. Sollte die positive Tendenz gegen Duisburg ausgebaut werden, könnte sich der FCS endgültig vorne festsetzen.

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