Stadt Saarbrücken verlegt 140 Tauben an den Hauptbahnhof – neuer Standort soll tierschutzgerechte Betreuung und Populationskontrolle sichern
Saarbrücken. Die Landeshauptstadt Saarbrücken hat den bisherigen Taubenschlag im Parkhaus am Lampertshof durch einen neuen Standort am Hauptbahnhof ersetzt. Insgesamt 140 Tauben wurden in einen neu eingerichteten Taubenschlag auf dem Parkhaus Bormannspfad gebracht. Die Umsiedlung erfolgte auf Grundlage eines mit der zuständigen Tierschutzbehörde abgestimmten Konzepts.
Mit dem neuen Standort will die Stadt die Betreuung der Tiere nahtlos fortsetzen und zugleich an ihrem Ziel festhalten, die Taubenpopulation im Stadtgebiet kontrolliert und tierschutzgerecht zu begrenzen.
Neuer Standort rund 300 Meter entfernt
Im Parkhaus am Lampertshof befand sich seit mehreren Jahren einer von zwei Taubenschlägen, mit denen die Stadt das sogenannte Augsburger Modell umsetzt. Dabei werden die Stadttauben kontrolliert gefüttert und ihre Gelege gegen Eiattrappen ausgetauscht. Auf diese Weise soll die Population reguliert werden. Gleichzeitig sollen auch Belange des Infektionsschutzes für die Bevölkerung berücksichtigt werden.
Der bisherige Taubenschlag musste aufgrund anstehender Sanierungsarbeiten des Parkhausbetreibers zwingend abgebaut werden. Als Ersatz wurde der Taubenschlag auf dem Parkhaus Bormannspfad am Hauptbahnhof eingerichtet. Der neue Standort liegt rund 300 Meter Luftlinie vom bisherigen entfernt.
Da Tauben sehr standorttreu sind, bleiben die Tiere zunächst im neuen Taubenschlag, um Rückflüge zum Parkhaus zu vermeiden. Anschließend wird ihnen wieder Freiflug ermöglicht.
Die Umsiedlung und die Einrichtung des neuen Taubenschlags wurden durch das saarländische Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verkehr gefördert.
Situation am Lampertshof wird weiter beobachtet
Vor der Umsiedlung hatte die Stadt die Tauben gezählt, die den Schlag am Lampertshof nutzten. Tatsächlich wurden mehr Tiere an den neuen Standort gebracht, als bei dieser Zählung festgestellt worden waren.
Nach Einschätzung der Stadt handelt es sich bei den Tauben, die inzwischen noch am Lampertshof beobachtet werden, vermutlich überwiegend um Tiere, die durch das dort ausgegebene Futter angelockt worden waren und den Standort ausschließlich zur Nahrungsaufnahme genutzt hatten.
Seit der Umsiedlung des Taubenschlags ist nach Angaben der Stadt zudem zu beobachten, dass vermehrt Tauben den weiterhin bestehenden Taubenschlag auf dem Parkhaus am Rathaus anfliegen. Die Stadt hat dort deshalb die Futtermenge zumindest vorübergehend angepasst.
In Abstimmung mit der zuständigen Tierschutzbehörde soll die weitere Entwicklung beobachtet werden. Dabei wird auch geprüft, ob zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind. Ziel bleibt es, die Taubenpopulation im Stadtgebiet mit kontrollierter Fütterung und dem Austausch der Gelege gegen Eiattrappen tierschutzgerecht zu regulieren.

