Guten Morgen in einer anderen Welt! Donald Trump wird US-Präsident

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Viele von uns haben eine lange Nacht vor dem Fernsehbildschirm hinter sich gebracht. Es war richtig spannend. Das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen mit Donald Trump als Sieger überraschte. Noch vor ein paar Tagen hatte die New York Times eine 80%ige Chance für Hillary Clinton veröffentlicht. Auch fast alle deutschen Journalisten und Meinungsforscher lagen daneben. ARD Studioleiter Martin Ganslmeier war da vorsichtiger oder besser vernetzt in der amerikanischen Gesellschaft. Er ließ in einem Interview mit Saarnews und der Monatszeitung „Der Saarbrückerden Ausgang der Wahl offen und er lag dabei richtig.

http://www.saarnews.com/index.php/2016/11/07/vortrag-von-ard-korrespondent-martin-ganslmeier-wer-wird-us-praesident/

Wie beim Brexit nahm die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten einen unerwarteten Ausgang. Donald Trump wurde mit 279 zu 218 Wahlmännern zum Präsidenten des mächtigsten Staat der Welt gewählt. Mit dem Slogan:

„Make America Great Again“

Müssen wir jetzt Angst haben?

  • Vor einem neuen Krieg?
  • Vor wirtschaftlicher Stagnation durch Restriktionen im Handel und durch Strafzölle?
  • Um unseren Arbeitsplatz?
  • Um unsere Rente und Rücklagen für das Alter?
  • Um das Weltklima und unsere Umwelt?
  • Vor Diskriminierung von Rassen und religiösen Minderheiten.
  • Vor einer Intensivierung der Bespitzelung durch die NSA.
  • Vor zunehmendem Wettbewerbsdruck durch amerikanische Großkonzerne?
  • Vor Schutzgeldforderungen der USA?

Ist Donald Trump ein Populist? Trifft folgende Definition zu?

„Populismus erfährt unterschiedliche Deutung in unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen. Aber allen ist gemein ein Misstrauen gegenüber Eliten (bis zur Anfeindung),  der Mehrheitsmeinung und den etablierten Parteien und herrschenden Institutionen. Populisten sehen sich selbst als Sprachrohr für einfache, abgehängte und vergessene Bürger und nicht selten nehmen sie für sich selbst in Anspruch, die einzig wahren Patrioten zu sein.“ * siehe unten

Diese Definition trifft bei Donald Trump mitten ins Schwarze. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die transatlantischen Beziehungen in ein raues Fahrwasser gelangen, wie es einige Vertreter der „Atlantischen Brücke“ sehen. Auch hier ist das Ergebnis offen und wenn TTIP von dem neuen amerikanischen Präsidenten von der Tagesordnung genommen wird, dann gereicht das eher zum Vorteil für unsere kleinteilig aufgebaute, vielfältige Wirtschaftsstruktur.

Donald Trump hat seine Rolle als populistischer Wahlkämpfer erfolgreich mit einem Sieg abgeschlossen. Es ist nicht auszuschließen, dass er seine neue Rolle als Präsident der Großen Nation der Vereinigten Staaten von Amerika ruhig und umsichtig gestaltet. Anzeichen sprechen dafür.

Rainer Kuhn

Saarnews wird Sie über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

* Populismus wurde von Fareed Zakaria wie folgt definiert:

„Populism means different things to different groups, but all versions share a suspicion of and hostility toward elites, mainstream politics, and established institutions. Populism sees itself as speaking for the forgotten ‚ordinary‘ person and often imagines itself as the voice of genuine patriotism.“

 

 

 

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