Start Blog

Abgezockte SVE gewinnt deutlich im Süd-West Duell gegen den Karlsuher SC

0

Zur Eröffnung des 30. Spieltag empfing der Tabellenvierte aus Elversberg den Neunten aus Karlsruhe. Anders als in der Vorwoche gegen Schalke, nutzte die SVE ihre Chancen und schlug die Badener hochverdient mit 3-0.

Vor dem Spiel gab es zwei Neuerungen bei der SVE. Gyamerah ersetzte den gegen Schalke verletzt ausgewechselten Keidel, dazu rückte Mokwa für Schnellbacher in die Startelf.

Die beiden Mannschaften begannen zunächst abwartend, bevor der KSC die erste Chance der Partie für sich vereinnahm. Ben Ferhat zog von der Strafraumgrenze ab, Kristof vereitelte den Aufsetzer daraufhin souverän (5). Wenig später die erste Großchance der Gäste! Eine Flanke von Rechtsverteidiger Jung fand Burnic am zweiten Pfosten, der aus kurzer Distanz direkt auf Kristof zielte.

Die erste Offensivbemühung der SVE folgte in Minute 12. Günther wurde auf der linken Außenbahn freigespielt, seine Flanke blieb aber hängen. Die Mannschaft von Vincent Wagner hatte merklich Probleme, sich gegen die kompakte KSC-Defensive durchzukombinieren und verzeichnete in der Anfangsphase kaum Abschlüsse.

Christian Eichner – Foto: Catharina Kuhn

Elversberg fand mit der Zeit jedoch besser in die Begegnung und erzielte nach 25 Minuten die Führung. Zimmerschied rückte ins Zentrum und spielte einen linienbrechenden Pass in die Tiefe auf Petkov. Allein vor KSC-Torhüter Bernat legte dieser quer auf Pherai, der sein erstes Tor für die SVE erzielte. Die „Elv“ präsentierte sich im Stile einer Spitzenmannschaft und nutzte direkt die erste Gelegenheit.

Elversberg arbeitete weiter. Günther setzte sich auf Außen stark durch und sah in der Mitte den mitgelaufenen Condé. Dieser versuchte es von außerhalb des Sechzehners, Bernat konnte den Schuss des Mittelfeldspielers im Nachhinein festhalten.

Daraufhin kühlte das Spiel ein wenig ab. Die Saarländer hatten die Begegnung mittlerweile über weite Strecken im Griff und ließ erst in der 42 die nächste größere Gelegenheit zu. Jung war durchgestartet, verpasste es allerdings, den Ball präzise querzulegen.

Das letzte Wort vor dem Pausenpfiff hatten dann wieder die Hausherren. Nach einem Steckpass von Pherai scheiterte Zimmerschied zunächst an Bernat. Über Umwege gelangte der Ball zu Mokwa, dessen Schuss von Franke gerade noch abgewehrt werden konnte. Somit blieb es zur Halbzeit beim Stand von 1-0.

Zur Pause tauschte Wagner erstmals. Gyamerah wurde kurz vor der Pause hart gefoult und blieb daraufhin in der Kabine. Für ihn kam Mickelson auf die rechte Seite.

David Mokwa – Foto: Catharina Kuhn

Nach der Pause legte die SVE in gewohnter Offensiv-Manier los. Nach einem individuellen Fehler von Franke scheiterte Petkov aus kürzester Distanz an Bernat. Im Anschluss nahm sich Pherai die Kugel, doch Franke machte seinen Bock wieder wett und warf sich in die Schussbahn.

Die Saarländer ließen nicht locker und sollten in der 54. für ihre Bemühungen belohnt werden. Mokwa überspielte mehrere Karlsruher im Mittelfeld und spielte zu Zimmerschied. Der Flügelspieler bediente Pherai, der das Leder zuerst annahm und dann humorlos in den Winkel schmetterte. Ein wundervoller Treffer.

Zwei Minuten später der nächste Vorstoß. Günther kippte ins Zentrum ab und versuchte es mit dem schwachen rechten Fuß. Sein Abschluss flog nur knapp am Tor des Karlsruher SC vorbei. Elversberg war nun merklich in Spiellaune. Immer wieder setzte der Angriff um Zimmerschied zu feinen Dribblings in den Zwischenräumen an.

Der KSC war inzwischen völlig von der Rolle. Wenig überraschend fiel daher das 3-0 nach einer Stunde. Günther nahm eine zu weit geratene Flanke von Pherai auf und schlug sie flach in die Füße von Zimmerschied, der elegant zum 3-0 verwertete (62).

Wenig später ein erster Wermutstropfen für die SVE. Mokwa verletzt sich bei einer Offensivaktion und musste in der Folge ausgewechselt werden. Für ihn kam Schnellbacher rund zwanzig Minuten vor dem Ende in die Begegnung.

Etwa zehn Minuten später kamen Malanga und Sickinger für die jeweils herausragenden Günther und Pherai. Die Partie trudelte währenddessen ihrem Ende entgegen. Der KSC war zwar durchaus bemüht noch ein wenig Ergebniskosmetik zu betreiben, es fehlte ihnen aber an der letzten Genauigkeit. Aussichtsreiche Abschlüsse, wie der von Fukuda in der 80, wurden geblockt.

Kurz vor Schluss gab Vincent Wagner Winterneuzugang Adam noch ein paar Minuten, dafür ging Petkov vom Feld. Zuvor hatte Schnellbacher nach einer Vorlage von diesem das 4:0 vergeben, da er sich frei im Strafraum für einen versuchten Querpass anstelle eines Schusses entschieden hatte (85). In Anbetracht des sicheren Ergebnisses dürfte dies jedoch nicht allzu schwer wiegen.

Sechs Minuten Nachspielzeit gaben Schiedsrichter Felix Prigan und seine Assistenten obendrauf. Passieren sollte allerdings nichts mehr wirklich. Die SV Elversberg fährt also einen ungefährdeten 3-0-Erfolg ein und positioniert sich somit über Nacht auf dem dritten Tabellenplatz.

Traditionsduell im Ludwigspark: FCS empfängt 1860 München

0

Wenn der am Samstag um 14 Uhr den TSV 1860 München im Ludwigsparkstadion empfängt, treffen zwei Traditionsvereine aufeinander, die ihre Saisonziele bislang verfehlt haben. Vor rund 14.500 Zuschauern, darunter etwa 1.500 Gästefans, wollen beide Mannschaften im Saisonendspurt noch einmal ein Zeichen setzen.

Beim FCS blickte Cheftrainer Argirios Giannikis auf die personelle Lage. Abdoul Kamara befinde sich wieder im Mannschaftstraining, für einen Einsatz komme das Spiel aber noch zu früh. Zudem falle Kaan Caliskaner nach einer Knieverletzung im Training aus, während Patrick Schmidt weiterhin im Aufbautraining sei.

https://saarland-macht-urlaub.de/

Offensivspieler Maurice Multhaup sprach offen über die bislang wechselhafte Saison. Besonders auswärts habe die Mannschaft nicht die Leistungen gezeigt, die sie im Ludwigspark regelmäßig abrufe. „Es ist ein bisschen das Sinnbild der Saison gewesen“, sagte Multhaup. Zuhause falle es leichter, Inhalte umzusetzen. Entsprechend sei es hilfreich, dass in den verbleibenden Wochen mehr Heim- als Auswärtsspiele anstehen.

Giannikis betonte trotz der jüngsten Niederlage in Havelse den positiven Heimtrend. Saarbrücken sei im Ludwigspark weiterhin ungeschlagen und habe dort gezeigt, „zu was wir fähig sind“. Gleichzeitig warnte er vor den Münchnern. 1860 verfüge über „ein sehr gutes Offensivpotenzial“, sei in der Offensive prominent besetzt und trotz ausbleibender Erfolge keineswegs abzuschreiben. Er erwarte keine Mannschaft, „die hier Urlaub machen wird“.

Eine besondere Note erhält die Partie durch das Wiedersehen von Giannikis mit Münchens Trainer Markus Kauczinski. Beide arbeiteten über Jahre erfolgreich gemeinsam beim Karlsruher SC. Giannikis sprach von einer Persönlichkeit, die er „menschlich aber auch fachlich“ sehr schätze. Dennoch stellte er klar: „Es ist kein Duell Markus Kauczinski gegen Giannikis, sondern ein Duell 60 München gegen Saarbrücken.“

Auch Kauczinski blickte positiv auf das Wiedersehen. Man habe beim KSC viele Jahre vertrauensvoll zusammengearbeitet. Er freue sich darauf, „über alte Zeiten reden zu können“.

Bei den Gästen ist die Personalsituation angespannt. Mehrere Defensivspieler fehlen verletzt, darunter Lasse Faßmann und Max Reinthaler. Auch deshalb schloss Kauczinski taktische Anpassungen nicht aus. Größere Experimente plane er jedoch nicht. Vielmehr gehe es darum, aus den letzten fünf Saisonspielen möglichst viele Punkte mitzunehmen. Selbst Rang vier, der zur Teilnahme am DFB-Pokal berechtigen könnte, sei rechnerisch noch im Blick.

Zur Situation des Gegners äußerte sich Kauczinski zurückhaltend. Dass Saarbrücken vor der Saison als Aufstiegskandidat galt und nun am Tabellenende stecke, überrasche ihn nicht grundsätzlich. Prognosen vor einer Saison seien oft nur grobe Einschätzungen. Er habe jedoch nicht den Eindruck, auf eine Mannschaft zu treffen, die akut abstiegsgefährdet wirke.

Multhaup hofft derweil auf die Unterstützung der Heimfans. Nach schwankenden Leistungen könne er Unmut nachvollziehen, doch zuhause wolle die Mannschaft erneut „ein anderes Gesicht“ zeigen. Mit einem überzeugenden Auftritt soll gegen die Löwen ein weiterer Heimsieg folgen.

Saarlouis Royals verlängern mit Nationalspielerin Emma Eichmeyer

Saarlouis. Die Saarlouis Royals setzen auf Kontinuität: Leistungsträgerin Emma Eichmeyer hat ihren Vertrag beim saarländischen Erstligisten um ein weiteres Jahr verlängert.

Die deutsche Nationalspielerin entwickelte sich in der vergangenen Saison zu einer zentralen Leistungsträgerin beim saarländischen Erstligisten und prägte das Spiel der Royals maßgeblich. Entsprechend groß ist die Freude im Verein über die Fortsetzung der Zusammenarbeit.

„Wir sind sehr glücklich, dass Emma auch in der kommenden Saison die Farben der Royals tragen wird. Sie ist ein wichtiger Baustein für unsere sportliche Zukunft. Gemeinsam planen wir, um sie herum eine leistungsstarke Mannschaft aufzubauen, die sowohl national als auch international konkurrenzfähig ist“, heißt es aus dem Umfeld des Vereins.

Eichmeyer gehört zudem zum aktuellen Kader der deutschen A-Nationalmannschaft, die im September 2026 bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land antreten wird.

Mit der Vertragsverlängerung setzen die Saarlouis Royals ein klares Zeichen für Kontinuität und ambitionierte Ziele in der kommenden Spielzeit.

Maifest am Haus Saargau: Musik, Kulinarik und Geschichte in Gisingen

Gisingen. Die Musikvereine Gisingen und St. Barbara laden am Freitag, 1. Mai 2026, zum traditionellen Maifest am Haus Saargau in Gisingen ein. Von 11 bis 19 Uhr erwartet die Besucherinnen und Besucher ein Programm aus Live-Musik, Kulinarik und Führungen durch das historische Lothringer Bauernhaus.

Den Auftakt bildet ab 11 Uhr ein Frühschoppen. Ab 11:30 Uhr treten unter dem Motto „Musik off da Powai“ mehrere befreundete Musikvereine auf: die „Concordia“ aus Wallerfangen, die Musikfreunde Saargau sowie der Musikverein Nachtigallental aus Ihn.

Kulinarisch stehen Spezialitäten vom Schwenker, eine Auswahl an Cocktails sowie ein eigenes Maifest-Café bereit. Für Kinder ist eine Hüpfburg aufgebaut.

Die Museumsbereiche des Hauses Saargau sind während der gesamten Veranstaltung geöffnet. Ab 14 Uhr werden kostenfreie Führungen durch die historischen Räume des Lothringer Bauernhauses angeboten. Auch der Bauerngarten steht den Gästen offen.

Initiative demonstriert gegen Millionen-Investition in Saarbrücker Zoo

Saarbrücken. Die Initiative „Zoofreie Stadt Saarbrücken“ ruft für Samstag, 18. April 2026, zu einer Demonstration in der Saarbrücker Innenstadt auf. Treffpunkt ist um 11:00 Uhr an der Europa-Galerie, von wo aus ein Demonstrationszug durch die Innenstadt führen soll.

Auslöser ist die aktuelle Debatte um die Zukunft des Saarbrücker Zoos. Nach Angaben der Initiative sind Investitionen in Höhe von rund 100 Millionen Euro in die Weiterentwicklung des Zoos im Gespräch. Dies lehnt die Initiative gemeinsam mit unterstützenden Tierschutzorganisationen ab und fordert stattdessen eine aus ihrer Sicht nachhaltigere Verwendung öffentlicher Mittel.

Die Veranstalterinnen und Veranstalter begründen ihre Position mit einer grundsätzlichen Kritik an der Wildtierhaltung in Zoos, die häufig nicht den natürlichen Bedürfnissen der Tiere entspreche. Öffentliche Gelder sollten nicht in Strukturen fließen, die gesellschaftlich zunehmend infrage gestellt würden, so die Initiative.

Als Alternative schlägt die Initiative vor, das Zoogelände perspektivisch umzunutzen – etwa als öffentlichen Natur- und Erholungsraum, für Umweltbildungsangebote oder als Begegnungsort für Familien. Saarbrücken könne in diesem Bereich eine Vorreiterrolle einnehmen, heißt es vonseiten der Veranstalter.

Zur Teilnahme an der Demonstration ruft die Initiative Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Organisationen auf.

Straßenbauarbeiten in Dudweiler: Schützenstraße ab 24. April gesperrt

Saarbrücken-Dudweiler. Die Landeshauptstadt Saarbrücken erneuert ab Freitag, 24. April, die Asphaltdecke in der Schützenstraße in Dudweiler. Für die Dauer der Arbeiten wird die Straße vollgesperrt.

Eine Umleitung wird eingerichtet. Fußgängerinnen und Fußgänger können entweder die Treppenanlage zur Sulzbachtalstraße nutzen oder alternativ über die Jakob-Welter-Straße und die St. Ingberter Straße zur Sulzbachtalstraße gelangen.

Die Baumaßnahme soll voraussichtlich bis Dienstag, 28. April, abgeschlossen sein. Die Kosten belaufen sich auf rund 45.000 Euro. Bei ungünstiger Witterung können sich die Arbeiten verzögern.

Schuleingangsuntersuchungen jetzt auch in Quierschied

Quierschied. Das Gesundheitsamt des Regionalverbands Saarbrücken weitet sein Angebot wohnortnaher Schuleingangsuntersuchungen weiter aus. Ab sofort können Kinder auch in der Fischbachhalle in Quierschied untersucht werden. Damit steigt die Gesamtzahl der Außenstellen für Schuleingangsuntersuchungen im Regionalverband auf zehn Standorte.

Regionalverbandsdirektorin Dr. Carolin Lehberger und Quierschieds Bürgermeister Lutz Maurer besuchten die neuen Untersuchungsräume gemeinsam und sprachen vor Ort mit betroffenen Familien. Beide zeigten sich zufrieden mit der Kooperation. Die Fischbachhalle sei sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar, betonte Maurer.

Die Schuleingangsuntersuchungen werden ganzjährig in den Stammstandorten Saarbrücken-Dudweiler und der Außenstelle Völklingen durchgeführt. Die übrigen Außenstellen sind jeweils für einige Wochen im Jahr in Betrieb. Bereits seit vielen Jahren bestehen entsprechende Angebote in Riegelsberg und Heusweiler. Nach einer coronabedingten Unterbrechung wurden zuletzt wieder Untersuchungsorte in Scheidt, auf der Folsterhöhe und am Rastpfuhl eingerichtet. Jüngst kamen das Rathaus Kleinblittersdorf sowie die Grundschule Dellengarten in Saarbrücken als neue Standorte hinzu.

Insgesamt werden im Gesundheitsamt und seinen Außenstellen jährlich mehr als 3.000 künftige Erstklässlerinnen und Erstklässler untersucht.

AWO Saarland: Geplanter 1000-Euro-Bonus kaum umsetzbar für gemeinnützige Träger

0

Saarbrücken. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Saarland begrüßt grundsätzlich den von der Bundesregierung geplanten Krisenbonus von 1000 Euro für Beschäftigte, sieht dessen Umsetzung in der gemeinnützigen Sozial- und Gesundheitswirtschaft jedoch als weitgehend nicht realisierbar an. Der Landesgeschäftsführer Jürgen Nieser fordert eine dringende Nachbesserung der politischen Rahmenbedingungen.

Kern der Kritik ist die besondere Finanzierungsstruktur sozialer Einrichtungen: Anders als Unternehmen der Privatwirtschaft können gemeinnützige Träger zusätzliche Zahlungen an ihre Beschäftigten nicht eigenständig anweisen. Sie sind auf die Refinanzierung durch Pflegekassen, Landkreise oder Jugendämter angewiesen. Ohne eine verbindliche Refinanzierungsregelung seitens der Politik bliebe der Bonus für viele Träger schlicht nicht finanzierbar. „Wenn Träger den Bonus ohne entsprechende Grundlage dennoch auszahlen, tragen am Ende Pflegebedürftige, Familien oder die gemeinnützigen Träger selbst die Kosten“, warnt Nieser.

Erschwerend kommt das sogenannte Besserstellungsverbot hinzu: Viele Träger sozialer Dienste sind gesetzlich daran gehindert, ihre Beschäftigten besser zu stellen als vergleichbare Mitarbeitende im öffentlichen Dienst. Solange dort keine entsprechenden Regelungen getroffen werden, dürfte die Zahlung von Kostenträgern nicht akzeptiert werden, so Nieser.

Auch der zeitliche Rahmen des Vorschlags gibt Anlass zur Kritik. Vergütungsverhandlungen in der Sozialwirtschaft seien oft bereits prospektiv abgeschlossen oder befänden sich in festen Verfahren. Kurzfristige politische Entscheidungen ließen sich in diesem System nicht ohne weiteres abbilden – die Entlastung käme damit nicht dort an, wo sie akut gebraucht werde.

Im Saarland sind nach Angaben der AWO rund 65.000 Menschen in der Gesundheits- und Sozialbranche beschäftigt. Viele von ihnen seien gerade im ländlichen Raum täglich auf das Auto angewiesen und auf finanzielle Entlastung angewiesen. Ihnen werde derzeit der Eindruck vermittelt, ihre Arbeitgeber könnten den Bonus problemlos leisten – tatsächlich seien diesen jedoch enge rechtliche und finanzielle Grenzen gesetzt.

Die AWO Saarland fordert daher eine verbindliche Refinanzierungsregelung des Krisenbonus, die ausdrückliche Einbeziehung der gemeinnützigen Sozial- und Gesundheitsbranche in Entlastungsmaßnahmen sowie eine nachhaltige Mobilitätsentlastung – etwa durch eine Weiterentwicklung der Pendlerpauschale und eine Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs im ländlichen Saarland. Zusätzlich plädiert die AWO für die zügige Einführung eines Klimageldes zugunsten von Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen.

EU-Abgeordnete Ripa setzt sich für Erhalt des Saarbrücker Taubenhauses ein

Saarbrücken. Die saarländische EU-Parlamentarierin Manuela Ripa (ÖDP) hat sich in einem offenen Brief an den Parkhausbetreiber Q-Park GmbH gewandt und für den Erhalt des Taubenhauses im Parkhaus Lampertshof in Saarbrücken plädiert. Hintergrund ist die geplante Sanierung des Parkhauses, im Zuge derer das seit über 20 Jahren bestehende Taubenhaus offenbar abgerissen werden soll.

Auf die Angelegenheit aufmerksam gemacht hatte Ripa nach eigenen Angaben der Stadttaubenverein Saarbrücken. Dass das Thema über den Vereinskreis hinaus auf Resonanz stößt, belegt eine Petition, die inzwischen mehrere tausend Unterstützerinnen und Unterstützer gesammelt hat.

Das Taubenhaus am Lampertshof ist Teil des Saarbrücker Stadttaubenmanagements nach dem sogenannten Augsburger Modell. Dieses setzt auf betreute Taubenschläge, um die Population kontrolliert zu regulieren, die Tiere artgerecht zu versorgen und die Stadthygiene zu verbessern. Derzeit nutzen laut Ripa mehrere hundert Tiere die Anlage.

In ihrem Schreiben warnt die Abgeordnete vor den Folgen einer Entfernung des Taubenhauses. Da Stadttauben Nachkommen verwilderter Haus- und Zuchttauben seien und keine Wildtiere, würde ein Abbau der Anlage tierschutzrechtlich einer Aussetzung gleichkommen. Aufgrund der ausgeprägten Standorttreue der Tiere sei in der Folge ein unkontrollierter Populationsanstieg am bisherigen Standort zu erwarten – mit negativen Auswirkungen auf Stadthygiene und Infektionsschutz.

Ripa appelliert an Q-Park, die Entscheidung zu überdenken und gemeinsam mit der Stadt Saarbrücken sowie den beteiligten Initiativen nach einer Lösung zu suchen, die sowohl den Anforderungen der Sanierung als auch dem Tierschutz gerecht werde. Den Erhalt des Taubenhauses wertet sie zudem als mögliches Signal für das Nachhaltigkeitsengagement des Unternehmens.

Die EU-Abgeordnete, die im Europäischen Parlament als Vizepräsidentin der Tierschutzgruppe tätig ist, verweist in diesem Zusammenhang auch auf ihr europapolitisches Engagement: Sie habe einen Antrag für ein Pilotprojekt zur Unterstützung von Kommunen im Umgang mit Stadttieren eingereicht, das unter anderem betreute Taubenschläge als praxistaugliches Modell fördern soll.

Saarland als Sicherheits-Standort: Dillschneider fordert Fördergesetz und Raumfahrt-Offensive

0

Saarbrücken. Die saarländische Bundestagsabgeordnete Jeanne Dillschneider hat sich für eine umfassende Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik des Saarlandes ausgesprochen. In einem Vorstoß fordert sie ein Landesgesetz zur Förderung von Sicherheitstechnologien sowie eine gezielte Ansiedlung von Unternehmen aus den Bereichen Verteidigung, Cybersicherheit und Raumfahrt.

Als Mitglied des Verteidigungsausschusses und des Ausschusses für Digitales und Staatsmodernisierung im Bundestag begründet Dillschneider ihre Forderung mit der veränderten sicherheitspolitischen Lage in Europa. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine habe die Rahmenbedingungen fundamental verschoben. Deutschland müsse nun seine industrielle und wissenschaftliche Basis für Verteidigung und kritische Technologien stärken.

Konkret schlägt Dillschneider vor, die Mittel des Transformationsfonds des Landes gezielt für Technologieförderung einzusetzen. Als Vorbild nennt sie Bayern, das bereits ein entsprechendes Fördergesetz für Sicherheitstechnologien verabschiedet hat. Darüber hinaus plädiert sie für die Einrichtung einer Landesagentur für Sicherheitstechnologie, die als zentraler Ansprechpartner für Unternehmen, Hochschulen und Förderprogramme der EU fungieren soll.

Weitere Maßnahmen, die Dillschneider von der Landesregierung einfordert, umfassen die bevorzugte Bereitstellung von Gewerbeflächen und Leerstand für Unternehmen aus dem Sicherheitsbereich, verkürzte Genehmigungsverfahren durch ein Fast-Track-System sowie die Einrichtung sogenannter regulatorischer Sandboxes und Reallabore. Auch die Förderung entsprechender Infrastruktur wie Testgelände und Rechenzentren sei notwendig.

Als besonderes Potenzial hebt die Abgeordnete die Raumfahrtbranche hervor. Angesichts massiver Investitionen in den Weltraumsektor sollten entsprechende Ansiedlungsvorschläge auch für das Saarland ernst genommen werden. Synergien zwischen der Universität des Saarlandes mit ihrem IT-Schwerpunkt, Bundesbehörden und regionalen Unternehmen seien bislang unzureichend genutzt. Internationale Kooperationen – etwa mit Partnern in Frankreich oder Südkorea – könnten diesen Prozess zusätzlich beschleunigen.

Ziel sei es, das Saarland als führenden Standort für Sicherheitstechnologien in Deutschland zu positionieren und hochqualifizierte Arbeitsplätze in Zukunftsbranchen wie Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz, Raumfahrt und Elektronik zu schaffen, so Dillschneider.